Wir stellen vor: Hans FREITHOFNIG; Teilnehmer der "KC-Free-Driving"
                        … und seine Motorkutsche, Baujahr 1886
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Der stolze Besitzer Hans FreithofnigFreithofnig_(3).jpg
Vorbild ....Freithofnig_(4)-1.jpg
und Ergebnis
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Erstmals war der Feldkirchner Hans Freithofnig bei der FIZZERS-Karawanken-Classic 2016 dabei und war damit sofort der Pzblikumsmagnet bei allen Zuschauern, denn er brachte einen besonderen Leckerbissen aus der Geschichte des Automobils mit:

                         den Daimler DM 1, Baujahr 1886

Auch 2017 ist Hans wieder dabei, denn nachdem 2016 das Kärntner Unterland besucht wurde, geht es 2017 ins Kärntner Oberland; und auch dort wollen viele Fans die Anfänge der über 100-jährigen Automobil-Geschicht hautnah erleben können.
Freuen Sie sich heute schon darauf!


Hans Freithofnig
, befasst sich intensiv mit der Entstehung der ersten motorbetriebenen Fahrzeuge .  Einschlägige Literatur wurde gewälzt und Fahrzeugmuseen besucht um mehr über die Entstehungsgeschichten der ersten vierrädrigen motorisierten Fahrzeuge zu erfahren. Dabei hat sich Freithofnig das technische Verständnis um das Wissen des Herrn Gottlieb Daimler (geb. 1834) angeeignet, das ihm  in Fleisch und Blut übergegangen ist.
Nach so langer Zeit gibt unterschiedliche Versionen zu diesen Technischen-Themen und auch die Jahreszahlen variieren auch etwas.   Fest steht jedoch, dass es 100%-ige Orginalfahrzeuge um die Jahre 1887 bis 1897 laut  Recherchen nicht mehr gibt.

Offiziell wird über den Bau der originalen  „Kutsche ohne Pferde“ berichtet, s. auch
>>> Gottleib Daimler, Erfinder des Automobils:

Der Einbau eines selbst entwickelten Motors in eine Kutsche im Sommer 1886 ist der nächste Schritt von Gottlieb Daimler.  Der nun 1,1 PS leistende, luftgekühlte Motor im ersten vierrädrigen Kraftwagen der Welt mit Benzinantrieb ist in der Mitte vor der hinteren Sitzbank angeordnet.

Bereits 1887 gibt es für den Motor aber schon Wasserkühlung, nur ein effizienter Kühler fehlt noch.

Das entscheidend Neue an diesem Gefährt ist die Kraftübertragung. Die Riemenscheibe des Motors treibt je nach gewählter Übersetzung verschieden große Scheiben einer Vorgelegewelle an. Von dieser werden über beidseitige Ritzel die an den Hinterrädern montierten Zahnräder angetrieben. Anstelle eines Differentials befindet sich auf beiden Seiten der Vorgelegewelle je eine Rutschkupplung.

Hans Freithofnig berichte über die Entstehung seines Daimler DM 1, 1886:
Vor ca. 25 Jahren stellte ich mir die Frage - Wie komme ich einmal zu diesem  ältesten  4-Rad Fahrzeug?  Denn ich möchte einmal mit einem der ersten Fahrzeuge die gebaut wurden fahren!

Die Geschichte und die Technik Daimler war mir bereits  bestens bekannt.
Zu dieser Zeit gab es noch kein Internet um weltweit ein entsprechendes Fahrzeug zu finden oder Orginalteile zu suchen. Auch  Erfahrungsaustausch mit anderen Enthusiasten war damals noch nicht möglich, denn  Personen die damals die ersten Fahrzeuge gebaut haben oder deren Nachfahren gibt es längst nicht mehr. Die Pläne vom Daimler des Baujahres  1886 hatte ich aber fix und fertig  im Kopf abgespeichert und mit diesem Wissen ging es los….

So wie Herr Gottlieb Daimler im Jahre 1885  habe auch  ich eine Orginal-Karosserie-Viktoria, Baujahr 1886,  aufgetrieben.  
Das Mercedes-Museum zeigt die >>> Daimler Motorkutsche, Baujahr1889

Die Lenkung funktioniert  seitenverkehrt mit Kettensystem und wird auf die vorderen Holzräder über die Mittelachse übertragen. Beim Fahren ist diese Technik etwas gewöhnungsbedürftig . 
Die Hauptbremse wird direkt mit Hebelgestänge auf die Außenseite der beiden Holzräder mit einer Handkurbel übertragen.  

Der Motor ist nicht orginal und wird mit Benzin und Petroleum betrieben.
Der Antrieb des Daimler’s erfolgt mit jeweils 2 Ketten über die beiden großen Holzhinterräder.
Das Fahrzeug  hat eine Höchstgeschwindigkeit von 16,5 km’h. 

Platz ist zwar für insgesamt 4 Personen.  Da die Lederbezüge aber bereits über 130 Jahre alt sind, fahre ich mit meinem UR-Oldie am liebsten genüsslich  ‚solo‘ um diese Flächen nicht zu beschädigen. Ich habe aus  diesem  Grund auch keinen Beifahrer/Begleitperson bekannt gegeben.

Nach einigen Restaurations-Jahren war der Daimler MW 1 dann fahrbereit.
Weltweit gibt es nachweislich  kein zweites  Fahrzeug dieser Art aus der Daimler-Epoche um 1886 welches auch straßentauglich ist.

Dazu ein Detail am Rande:
Vor ca. 3 Jahren habe ich die Straßenzulassung für meinem Daimler 1886 erhalten. Voraussetzung für die Zulassung war aber eine zusätzliche Fußbremse . Dieses System ist leider nicht orginal, musste aber wegen der STVO unbedingt gemacht werden. Die Bremswegzeit mit der orginalen Handkurbeltechnik ist relativ lang wird aber weiterhin verwendet“. 


Für Freithofnig soll die Karawanken-Classic-Free-Driving eine Genussfahrt werden, denn der Besuch aller Kontrollpunkte steht laut Aussage des Piloten ‚ in den Sternen…‘, denn  das Fahren wird  allein schon eine große Herausforderung  sowohl für das Fahrzeug als auch für den Piloten.
Aber Freithofnig ist zuversichtlich: „Irgendwie hab Ich es noch immer alles geschafft!“

Freithofnig_(2)-1.jpg Ergänzend fügt der Oldtimer-Fan hinzu:
Ich bin seinerzeit im Landwirtschaftsbereich aufgewachsen und mich hat auch diese  Technik sehr interessiert. Einer meiner weiteren  Wünsche war daher auch immer, einmal einen urigen Lanz Bulldog zu fahren. 
Mit Orginalteilen  aus Deutschland und Rumänien  habe ich einen  Lanz-Bulldog, Baujahr 1934, orginalgetreu wieder aufgebaut. Der Lanz mit den riesigen Eisenrädern, über 10 Liter Hubraum, 1 Zylinder, ca. 40 PS ist einzigartig in Österreich .

Der Glühkopfmotor ist ein selbstzündender Verbrennungsmotor mit innerer Gemischbildung und niedriger Verdichtung. Zum Starten muss die Glühnase, die sich im Zylinderkopf befindet, mit einer Lötlampe zum Glühen gebracht werden. Daher die Bezeichnung „Glühkopf“.
Gestartet wird mein 1-Zylinder Glühkopfmotor allerdings vom Lenkrad aus … Für mich Fahrgenuss pur!“